SAMSTAG UND SONNTAG,
17. und 18. März 2012
Samstag: 12:00 bis 19:00 Uhr
Sonntag: 12:00 bis 18:00 Uhr
Kosten: 80 Euro, 60 Euro für S7-Mitglieder
Kampf ist Energie und Dynamik, ist ehrlich und befreiend. Das partnerschaftliche Raufen beinhaltet das alles, ohne jedoch das Destruktive des Kampfes. Und fügt noch Spaß und Vergnügen hinzu. Man bekommt eine Idee davon, was hier mit Raufen gemeint ist, wenn man an junge Hunde denkt, die im Spiel miteinander balgen. Es geht also nicht ums Gewinnen oder Verlieren, darum, gegeneinander zu kämpfen. Raufen bedeutet vergnüglich miteinander herumzutollen, viel zu lachen – und kann herrlich wild sein. Es ist eine einvernehmliche körperliche „Auseinandersetzung“, bei der wir unsere Kraft und die unseres Gegenübers spüren können, die uns unsere Körper auf eine ganz eigene, intensive Weise erleben lässt. Wir betreten dabei einen geschützten Erfahrungsraum, in dem wir auch mit Themen, Situationen und Gefühlen experimentieren können, die sonst eher ausgeblendet werden. Nicht zuletzt erschließen wir uns neue Möglichkeiten des spielerischen miteinander Umgehens.
Wir werden in diesem Workshop auf unterschiedlichen Wegen zum spielerischen Kämpfen hin führen und mit seinen verschiedenen Formen und Aspekten experimentieren. Diese freundschaftlichen Konfrontationen müssen nicht immer wie Ringkämpfe aussehen (keine Sorge: an Ringkampf wird es uns nicht mangeln). Sie können festen, vorher gemeinsam ausgedachten und ausgemachten Regeln und Szenarien folgen, sie können aber auch aus alltäglichen Situationen entstehen mit Regeln, die wir beim Herumspielen selbst erfinden – und die sich jederzeit ändern können. Aber bekommen wir diese Regeln dann auch mit? Und wenn nicht? Es gibt alles von sehr intensivem Körperkontakt über leichte und spielerische Berührungen bis hin zum vollkommenen Fehlen direkten körperlichen Kontakts. Beim Raufen können wir, wie bei Kissenschlachten, Gegenstände verwenden. Sicherheit und das Schaffen einer angenehmen, partnerschaftlichen Atmosphäre, in der wir auch gerne miteinander raufen, werden im Workshop besonders wichtig sein. Die fürs Raufen notwendige vertrauens- und verantwortungsvolle Basis erlaubt es uns auch zu thematisieren, dass der spielerische Kampf unter erwachsenen Menschen auch sinnliche und "sexy" Aspekte haben kann.
Frank Taherkhani und Gabriela Tarcha vereinen u. a. Einflüsse aus Kampfkunst, Philosophie, Tanz (besonders der Kontaktimprovisation) und verschiedenen Formen der Körperarbeit und Massagetechniken. Sie nutzen ihren professionellen Hintergrund neben ihren eigenen Rauf- und Spielerfahrungen, um dem Raufen immer wieder neue Aspekte abzugewinnen und neue Zugänge zu finden, um das Raufen als Erlebnisraum und Raum für intensive Begegnungen, die vor allem Spaß machen, zu erforschen.
Vorkenntnisse im Kampfsport oder besondere Fitness sind für den Workshop nicht erforderlich. Achten Sie aber darauf, dass Sie die grundsätzlichen gesundheitlichen Voraussetzungen für sportliche Aktivitäten erfüllen. Bitte weiche Knie- und Ellbogenschützer oder bequeme Kleidung mitbringen, die Knie und Ellbogen bedeckt.
Frank Taherkhani (geboren 1969) studierte Philosophie, Germanistik und Volkswirtschaftslehre; Magisterarbeit über Vorurteile, schreibt derzeit an einer Doktorarbeit ebenfalls zu diesem Thema. Seit 1984 betreibt Frank verschiedene Kampfkünste (darunter: Karate, Jiu-Jitsu, und seit 1991 WingTsun). Er ist Lehrer für Selbstverteidigung und leitet eine eigene Kampfkunst-Schule.
Ausgehend von seinen Erfahrungen in den Bereichen Kampfsport und Selbstverteidigung und seiner Leidenschaft für den spielerischen Kampf vermittelt Frank seit 2005 den Spaß am partnerschaftlichen Raufen. Neben Kenntnissen um sichere, praktikable Verhaltensweisen und Techniken hilft Frank das Wissen darüber, wie reale Auseinandersetzungen funktionieren, um für seine Workshops spannende Spielszenerien zu entwerfen.
Gabriela Tarcha (geboren 1981) begann mit ihren Tanz- und Theater-Studien in Brasilien bevor sie 2002 nach Europa zog, hier arbeitet sie heute als Choreographin und Performerin. 2010 erlangte Gabriela ihren Master-Abschluss in Choreographie (Dance Unlimited Arnheim); sie wohnt abwechselnd in Berlin und Köln und verfolgt derzeit ein weiterführendes Studium der Tanzwissenschaften am Kölner Zentrum für Zeitgenössischen Tanz. Daneben praktiziert sie seit 2008 verschiedene Massagetechniken wie Tao, Tantra, Lomi Lomi Nui und vor kurzem begann sie eine Ausbildung in der osteopathischen Bowen Technik.
In ihrer etwa 15jährigen Beschäftigung mit Kontaktimprovisation setzte sich Gabriela damit auseinander, wie sich Menschen zusammen bewegen. Von dort aus begab sie sich langsam auf andere Erkundungen solcher dynamischer Körperbegegnungen – eine davon ist das spielerische Raufen. In ihrer künstlerischen Arbeit ist Raufen eines der Elemente, das sie einsetzt.......,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
SLEEPING: We can host workshop participants in our Guestroom or in the studio. Prices start at 10 EUR a night per person.